Milchstraßenfotografie
Diese Aufnahme der Milchstraße ist eine der ersten die ich gemacht habe.
Sie enstand mit einer von mir selbst auf Full Spectrum Mode umgebauten Nikon D3400 dem Kit Objektiv 18-55 VR DX F3,5 bei ISO 1600 und 20 Sekunden Belichtungszeit.



Aber auch Polaris und seine umliegenden Staubfelder kann man ohne Nachführung fotografieren. Nach einem Stack von ca. 2h mit 10s Belichtungen offenbart sich in seiner Umgebung ein fast Spinnenwebenartiges Geflecht an Sternenstaub welches mit seinem atemraubenden Anblick beeindruckt.
(Bild folgt)
✅ Was du brauchst:
DSLR-Kamera (z. B. Canon, Nikon, Sony… oder ein Smartphone welches die Einstellung von Iso und Belichtungszeit zulässt ).
Weitwinkelobjektiv (ideal: 14–35 mm Brennweite, möglichst lichtstark, z. B. f/2.8 oder besser)
Ein Stabiles Stativ Fernauslöser oder Kamera mit Selbstauslöser / Intervallfunktion und einen
dubklen Ort mit wenig Lichtverschmutzung.
Eine Sternenkarte oder Apps wie Stellarium, Starwalk, Skysafari usw. zum auffinden deines Zieles z.B. der Milchstarße.
Optional: Bildbearbeitungssoftware (z. B. Lightroom, Photoshop, oder kostenlose Alternativen wie GIMP, Siril, Graxpert, Fitswork, AutoStakkert, Fire Capture uvm.)
⭐Die 500er Regel!
Was ist die 500er-Regel? (Einfach erklärt)
Die 500er-Regel ist eine Faustregel, mit der man abschätzen kann, wie lange man Sterne fotografieren kann, ohne dass sie auf dem Bild zu Strichen („Sternspuren“) werden.
Weil sich die Erde dreht, „wandern“ die Sterne am Himmel – bei langen Belichtungszeiten werden sie auf dem Foto nicht mehr als Punkte, sondern als Linien (Star Trails) dargestellt.
Die Formel für die 500er Regel lautet daher
Max. Belichtungszeit (in Sekunden) = 500 / Brennweite (in mm, Vollformat)
Beispiel:
Du fotografierst mit einem 20 mm Objektiv (an Vollformat):
500 / 20 = 25 Sekunden maximale Belichtungszeit, bevor die Sterne zu strichen werden.
Warum 500?
Die Zahl 500 ist nicht wissenschaftlich exakt, sondern eine einfache Faustregel, die bei normalen DSLR-Kameras und Weitwinkelobjektiven gut funktioniert. Für höhere Präzision gibt es modernere Alternativen wie:
300er-Regel welche sich deutlich besser eignen. Also verwende am besten die 300er Regel.
Die NPF-Regel (berücksichtigt Blende, Pixelgröße, etc. → siehe Tools wie Photopills)
Wichtige Hinweise:
Kamera-Sensor beachten: (Cropfaktor)
Wenn du keine Vollformat-Kamera hast (z. B. APS-C), musst du die Brennweite mit dem Crop-Faktor multiplizieren:
APS-C: Faktor ca. 1,5 Nikon und 1,6 bei Canon.
Beispiel für APS-C:
Das Objektiv deiner Nikon ist ein 18-55 F3,5 du möchtest mit 18mm fotografieren → effektive Brennweite = 18 mm × 1.5 = 27 mm
Somit erhältst du deine tatsächliche Brennweite die du auch zum berrechnen der 500/400/300er Regel verwenden solltes.
SO! Nun ab mit der Kamera aufs Stativ.
⚙️ Kameraeinstellungen
1. Modus auf M (Manuell)
Du brauchst volle Kontrolle über ISO, Blende und Belichtungszeit.
2. Blende möglichst offen z. B. f/1.8 – f/2.8 f/3,5 usw. was dein Objektiv hergibt.
3. ISO einstellen beginne mit ISO 3200 oder 6400
Bei älteren Nikon-DSLRs ggf. ISO 1600 (Rauschverhalten beachten)
4. Berrechne deine maximale Belichtungszeit in dem du die 500/400er-Regel anwendest.
5. Den Fokus im MF Manuell Modus auf Sterne setzen (Kamera oder Objektiv von AF auf MF Fokus umschalten).
Aktiviere Live View und Zoome digital auf einen hellen Stern
Fokussiere feinfühlig, bis der Stern punktförmig ist oder verwende eine Bahtinovmaske zum fein fokusieren.
6. Weißabgleich
Stelle auf 3500–4000 K (oder „Glühlampe“/„Tungsten“)
→ ergibt neutrale Himmelsfarben
7. Bildqualität
Stelle auf RAW + JPEG oder nur RAW
→ Du brauchst den RAW-Spielraum zur Nachbearbeitung
8. Verwacklungsfrei auslösen
Verwende:
Fernauslöser
Oder: 2s-Selbstauslöser
Live View reduziert zusätzlich den Spiegelschlag
Viel Spaß beim testen.
CS ;)